Zauberei hoch 3

Wunder. Punkt. öffnet die doppelten Böden der Zauberkunst.

„Verraten Sie uns mal einen Zaubertrick“

Autor: Markus TeubertWeitersagen!

Der Autor beim Gedanken lesen 😉

„Können Sie uns mal einen Trick verraten?“ – Diesen Satz hört ein Zauberkünstler sehr oft. Er ist angesichts erlebter „Wunder“ ja auch irgendwie verständlich.

Aber, wäre es gut für den Zuschauer, das Geheimnis zu erfahren?

Ein Zauberschüler erzählte mir, dass er kürzlich seiner kleinen Tochter ein Kunststück vorführte. Die kleine war völlig verzaubert und staunte Bauklötzer. Nach einer Weile fing sie an zu drängeln:

„Bitte Papa, erklär mir, wie Du das gemacht hast!“

„Nein, das ist ein großes Zauberergeheimnis, das darf ich nicht einfach verraten.“

„Aber mir kannst Du es doch sagen, ich erzähl es auch nicht weiter!“…

Kurzum, die kleine Prinzessin hatte ihren Papa irgendwann soweit, er verriet ihr das Geheimnis. – – – Darauf rannte sie weinend aus dem Zimmer!

Das Beispiel ist sicher extrem, aber es veranschaulicht wunderbar, was passiert, wenn Zauberkunst auf das Geheimnis reduziert wird.

Ich empfahl es schon an anderer Stelle: Lehn Dich zurück und genieße! Klar, überleg ruhig, „wie sowas gehen könnte“ – das verstärkt das Mysterium. – Aber nicht zu lange! Sonst gibt es den Kolbenfresser im Hirn. Und der tut weh 😉


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3 Antworten zu “„Verraten Sie uns mal einen Zaubertrick“

  1. Susanne 23/01/2013 um 10:34

    Hallo

    Ja, das ist richtig. Und wenn man/frau zu einem Auftritt engagiert wird und jeder weiß wie es geht, dann fragen die sich warum sie dafür Geld bezahlt haben, wenn es doch sooooo einfach geht. Lieber den Zauber bewahren.

    Zauberhafte Grüsse

    Susanne

  2. Mathias 19/05/2013 um 19:54

    „Wie geht das?“ ist die häufigste Frage nach „Kann man davon leben?“ und „Können Sie meine Frau wegzaubern?“ Bei letzterem sage ich dann immer „Nein. Ich kann zwar zaubern aber keine Wunder vollbringen“ Ich bin mir aber immer noch nicht sicher ob die Frage nach der Trickerklärung ein Lob für den Vorführenden oder das Gegenteil ist.

    Viele Grüße

    Mathias

    • Wunder Punkt 20/05/2013 um 14:32

      Lieber Mathias,

      Deine Antwort „…aber ich kann keine Wunder vollbringen“ wäre in Bezug auf die 2. Frage auch nicht schlecht 😉
      Die Frage nach der Trickerklärung ist häufig ein verstecktes Lob – offensichtlich hat der Zuschauer über den Trick gestaunt. Vielleicht aber hat Vorführung nicht genügend magische Atmosphäre (1) geschaffen, damit sich der Zuschauer ganz auf das Staunen einlassen kann und sich dann mit dieser wunderbaren Erfahrung begnügt?
      Aber warum stellen die Zuschauer diese und ähnliche Fragen? Möglicherweise sind diese Fragen der Versuch des Zuschauers, mit dem Künstler in ein Gespräch zu kommen. Wenn wir dem Zuschauer (vielleicht aus einer eigenen Unsicherheit heraus) eine fertige Floskel entgegenschmettern, dann ist das häufig ein Kommunikations-Killer. Es wäre doch ein Leichtes, das Gespräch in die Hand zu nehmen und dem (interessierten) Zuschauer etwas Interessantes über die Zauberkunst zu erzählen. Eine Gegenfrage ist gelegentlich auch angebracht: „Was hat Ihnen denn heute Abend am besten gefallen?“.
      Wichtig ist es, dem Zuschauer wertschätzend und interessiert entgegenzutreten, damit er nicht mit einem schalen Nachgeschmack nach Hause geht, sondern bestenfalls die schöne und zauberhafte Erfahrung der Show noch positiv verstärkt wird.

      Robert

      (1) Konzept der „Magischen Atmosphäre“ nach Arturo de Ascanio y Navas (1929 – 1997)

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