Zauberei hoch 3

Wunder. Punkt. öffnet die doppelten Böden der Zauberkunst.

Kategorie-Archiv: Fotografie

Slow Science. – Oder: Ein guter Trick dauert seine Zeit…

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

Kaum haben wir Wikipedia als ein übereilt zusammengeschustertes Nachschlagewerk gebrandmarkt, reagieren auch schon Leipzigs Wissenschaftler und rufen die Slow Science aus. (Sage noch einer, Kunst bewirke nichts!). Das war aber auch nicht mehr auszuhalten. Dieses Tempo! Kaum ist eine Partei in den Landtag gewählt, will so ein übereifriger Journalist auch schon ein Parteiprogramm sehen. So was macht doch keiner über Nacht. Da muß man doch in der Demokratie zunächst auch einmal die Wähler befragen. (Frage an die Slow Science: Wenn der Wille der Wähler eine Partei ohne Programm ist, darf dann der Journalist überhaupt eins fordern und derart den erklärten Wählerwillen mit Füßen treten? Und: wo eine Partei sich erst wählen läßt und danach das Volk befragt, was sie ihm denn machen soll, wabert da nicht, liebe Science, ein bißchen der Duft der käuflichen Liebe?)
In Leipzig gilt nun jedoch ein neues Motto: Erst denken, dann handeln! Wenn ich da nicht voreilig interpretiere… Andernfalls wird eben langsamer gehandelt. – In jedem Falle aber eine tüchtige Idee!
Als sich dem Komödianten Karl Dall beim Durchsägen einer Jungfrau die Säge verklemmte, sagte er, während er sich mühte, geistesgegenwärtig: Ein guter Trick dauert seine Zeit! – Kunst ist, wie man sieht, stets der Welt voraus.
Bei WUNDER. PUNKT. gab es noch nie Fast Food. Die Währung der Kunst heißt Genuß! Erleben Sie deshalb, liebe Zuschauer, unser „Wahlprogramm“: Vorzügliches statt Beliebigkeit! Slow Science-Fiction.
Und die Pointe dieser Tagebuch-Eintragung?
Die will in Ruhe überlegt sein…

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Zaubern Sie selbst!

Autor: Robert EsslWeitersagen!

Sie können selbst zaubern und die Münze unten im Bild verschwinden lassen!

Jetzt sofort und ganz ohne Computer-Tricks!

Wollen wir wetten?

Halten Sie Ihr linkes Auge zu. Kommen Sie bis auf etwa 20 cm an den Bildschirm heran. Schauen Sie mir in die Augen, fixieren Sie ständig meine Augen. Bewegen sie sich jetzt  l a n g s a m  vom Bildschirm weg, bis die Münze verschwindet.

Lassen Sie diese Münze verschwinden!

Wenn es Ihnen nicht gelingt, die Münze verschwinden zu lassen, sollten Sie noch etwas mit dem Abstand zum Monitor experimentieren. Die Münze ist gleich wieder da, wenn die Entfernung zu groß ist! Das ist nur ein kleiner Bereich und hängt von der Bildgröße auf Ihrem Monitor ab.

Ist die Münze verschwunden, dann haben Sie den blinden Fleck Ihres Auges über die Münze gebracht. Der blinde Fleck ist Ihnen sicher bekannt; nur kurz zur Erinnerung: Das ist die Stelle im Auge, wo der Sehnerv die Netzhaut verlässt. Diese Stelle ist beim Menschen nicht mit Sinneszellen besetzt. Sobald wir ein Auge schließen, müssten wir eigentlich ständig ein „Loch“ sehen und zwar etwas seitlich (15°) vom Punkt des schärfsten Sehens. Unser Gehirn füllt ihn aber auf mit Sinneseindrücken, die es aus der Umgebung des blinden Flecks gewinnt. Es stellt eine Vermutung an: was um den blinden Fleck herum zu sehen ist, muss auch dort zu sehen sein. Gewissermaßen wettet unser Gehirn, und oft genug gewinnt es diese Wette auch. Im Fall der Münze verliert es sie! Das passiert ganz von selbst, unbewusst, und wir können uns nicht dagegen wehren.

Abgesehen vom blinden Fleck des Auges gibt es eine Reihe ähnlicher Mechanismen. Unser Gehirn stellt Vermutungen über unsere Umwelt an, wenn Informationen fehlen. Es ergänzt dann und erfindet Dinge. (1)

Der Zauberkünstler sucht nach Lücken in der Wahrnehmung des Zuschauers. Durch Vermutungen versucht der Zuschauer diese Lücken zu schließen. Er wettet: die Münze ist in der Hand des Zauberers. Aber der Zauberer sorgt dafür, dass der Zuschauer diese Wette verliert – die Münze ist verschwunden…

(1) Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen – Die Intelligenz des Unbewußten und die Macht der Intuition. München, 4. Auflage 2008, S. 50ff.

Das habe ich doch selbst gesehen!

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

14 Jahre war ich alt als ich zum ersten Mal verblüfft bemerkte, wie meine Zuschauer mein Kunststück in ihrer Erinnerung zu einem kleinen Wunder aufbauschten, so daß es mit meiner bescheidenen Vorführung eigentlich nichts mehr zu tun hatte.

Einerseits war ich gebauchpinselt, da die Täuschung so gut gelang. Andererseits aber war es schockierend zu sehen, wie felsenfest diese Zuschauer glaubten etwas erlebt zu haben, das so niemals stattgefunden hatte…

Ich bin noch heute oft sprachlos in welchem Maße die Fantasie, die Haltung und die Stimmung der Zuschauer das Gewesene vergrößern bzw. verändern können.

„Die Selbsttäuschung beherrscht der Mensch noch sicherer als die Lüge.“ Dostojewski. Mir scheint die Selbsttäuschung weniger sicher beherrschbar.

Zauberei ist Wahrnehmungstäuschung. Täuschung und Selbsttäuschung bedingen sich. Optische Illusionen zeigen das sehr gut.

Optische Täuschungen nutzt der Zauberer seltener als man glaubt.

In WUNDER. Punkt. erklären wir an einer optischen Täuschung, daß das Publikum gar nicht genug aufpassen kann…

Die drei Zauberer stehen Kopf

…Sobald man das Bild um 180 Grad dreht, erkennt man was sich das Gehirn auf dem oberen Bild zu sehen weigert. (Damit Sie jetzt nicht den Bildschirm aus der Wand reißen müssen:)…

alles verkehrt

Für alle, die Spaß an derartigen Spielereien haben, hier ein Link mit ganz eindrucksvollen Inszenierungen, jenseits der „üblichen Verdächtigen“:

Zauberkunst und Fotografie 2

Autor: Robert EsslWeitersagen!

Eine ganz andere Art von Zauberei: Der Winter hat unsere Küchenkräuter in Eisskulpturen verwandelt.

Zauberkunst und Fotografie

Autor: Robert EsslWeitersagen!

Auf der Suche nach einem Motiv für unser neues Plakat habe ich versucht das Löffelverbiegen fotografisch darzustellen. Das Ergebnis: ein paar schöne Bilder, einen Abend lang Spaß, aber nichts Brauchbares dabei. Auf jeden Fall eine interessante Erfahrung einen magischen Effekt in einem Bild festhalten zu wollen.

Löffelverbiegen

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