Zauberei hoch 3

Wunder. Punkt. öffnet die doppelten Böden der Zauberkunst.

Kategorie-Archiv: Peter Grandt

Mit der Blechtrommel gegen den Faust 2

Autor: Peter Grandt

BILD tauscht Goethe gegen Grass.

25 Bücher auf Deutsch, die jeder gelesen haben sollte“, so eine Überschrift der Bildzeitung zum 1.10.2015 in ihrer Bundesausgabe. Hellmuth Karasek … ist einer der bekanntesten Literaturkritiker und Bestsellerautor („Frauen sind auch nur Männer“). Seine Empfehlungen umfassen die gesamte deutschsprachige Literatur.“ Zitat-Ende.

Was der Gewährsmann der Bildzeitung, Hellmuth Karasek, empfiehlt, ist sehr erhellend. Kein Klassiker schafft es bei ihm auf die ersten 25 Plätze. Platz 1, das wichtigste deutsche Buch, ist bei Karasek/Bild übrigens „Die Blechtrommel“. Platz 2 geht bereits nur noch an Kafka. Platz 3 macht „Effi Briest“, Fontane wird ein zweites Mal auf Platz 11 gesetzt, mit „Jenny Treibel“…

Thomas Mann, das sei der Ehren halber erwähnt, wird immerhin auch zweimal aufgefunden, aber erstmalig auf Platz 10. (Über ihm stehen: Siegfried Lenz „Deutschstunde“ auf Platz 4 und Ruth Klüger „weiter leben“ auf 5 und dann irgendwo noch Herrndorf und Musil!)

Karasek wertet selbst Jelinek, Joseph Roth, Thomas Bernhard und gar Heimito von Doderer, Sven Regener, Peter Handke und Tellkamp sehr viel höher als Goethe, Schiller und Heine. Wer sich ansehen mag, was die Bild-Zeitung aus dem Land der Dichter und Denker machen will, der lache sich unbedingt kaputt über die freie Meinungsäußerung des Herrn Karasek. Plötzlich begreifen wir, warum die medienbesitzenden Kräfte aus ihm einen „der bekanntesten Literaturkritiker“ gemacht haben. Bild faselt im Internet gar vom „Vermächtnis Karaseks“, so begeistert sind sie von seiner Liste.

Man sollte die „Literatur-Experten“ unbedingt auffordern, uns erst ihre Liste der wichtigsten deutschsprachigen Bücher kundzutun, bevor wir mit ihnen reden!

Der Autor (Peter Grandt) auf der Theaterbühne.

Advertisements

Nobelpreisverdächtig

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

15.10.2012

Meldung des Tages:

Nobelpreis für Roth und Shapley

Als „gelernter DDR-Bürger“ erfreut man sich immer wieder an den verblüffenden Erkenntnissen westlicher Eliten. Bereits zweihundert Jahre nach Marx finden zwei amerikanische Wissenschaftler heraus, daß die Angebots-Nachfrage-Lehre, die Marktwirtschaft, für einige wesentliche Teilbereiche der Gesellschaft nicht anwendbar ist. Diese Wissenschaftler erkennen als solche Teilbereiche beispielsweise die Kunst, die Zuteilung von Universitäts-Ausbildungsplätzen und die Vergabekriterien bei Organspenden.

Da wundert man sich zunächst über diese merkwürdige Aufzählung von „gesellschaftlichen Teilbereichen“. Man selbst käme, (bis auf die Kunst), auf ganz andere Bereiche (öffentlicher Verkehr, Medien, Bildung, Politik, Alten- und Krankenpflege, Gütekontrollen jeglicher Art). Aber schnell wird klar: das ist ja gerade der nobelpreisverdächtige Einfall. Das Auszeichnungswürdige an diesen beiden Wissenschaftlern ist, daß es sich bei ihnen eben nicht um Gesellschaftswissenschaftler handelt! Das Nobelkomitee ehrt mit Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley zwei  M a t h e m a t i k e r. – Sind sie nicht putzig, unsere Eliten? Wenn der Kapitalismus auch Fehler hat, aber es sind mathematische! – Oder auch neurobiologische:

Amerikanische Wissenschaftler erforschen nämlich gern, warum immer alles so entsetzlich daneben geht. (Das Römische Reich sei schließlich auch untergegangen). Dazu untersuchen sie, warum wir auf die Tricks der Zauberkünstler immer wieder hereinfallen! Der Mensch kann nichts dafür, er ist nun mal so anfällig für Manipulationen. Es sind die Gene. Glauben sie. Glaube ich. Die Biologen in Amerika machen auch auf Gesellschaftskunde. Und sie untersuchen dazu nicht die Welt, sondern ein poetisches Abbild der Welt: uns Zauberkünstler… Meine Hochachtung!

Die Gründe des Scheiterns der Kyoto-Protokolle werden uns also demnächst die Ohrenärzte erklären, denn der Mensch hört leider zu einem erheblichen Teil ziemlich schlecht. Nobelpreis 2023! (Oft ist es auch die Schuld der Dolmetscher, sagte jüngst erst wieder Helmut Schmidt. Auf der Welt werden zu viele Sprachen gesprochen! – Wenn davon das Nobelpreiskomitee Kenntnis erhält, wird Schmidt die Auszeichnung nicht zu nehmen sein!)

Die Schere zwischen Arm und Reich läuft immer weiter auseinander. Ob die Gründe dafür nun die Orthopäden (in den Schuhen) oder die Schneiderinnung (in der Schere) finden werden, kann heute keiner vorhersehen. Jedenfalls ist diese Entwicklung alternativlos, soviel läßt sich sagen.

Es ist eine Art „interdisziplinärer Forschung“ nach Art des Zeitgeists.

In Träumen soll ja immer ein „Funke“ Wahrheit sich finden lassen: Ich träumte, Nobel zeigte auf das Nobelpreiskomitee und unsere zeitgeistlichen Eliten und tobte: Wozu habe ich Euch denn das Dynamit erfunden!

Slow Science. – Oder: Ein guter Trick dauert seine Zeit…

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

Kaum haben wir Wikipedia als ein übereilt zusammengeschustertes Nachschlagewerk gebrandmarkt, reagieren auch schon Leipzigs Wissenschaftler und rufen die Slow Science aus. (Sage noch einer, Kunst bewirke nichts!). Das war aber auch nicht mehr auszuhalten. Dieses Tempo! Kaum ist eine Partei in den Landtag gewählt, will so ein übereifriger Journalist auch schon ein Parteiprogramm sehen. So was macht doch keiner über Nacht. Da muß man doch in der Demokratie zunächst auch einmal die Wähler befragen. (Frage an die Slow Science: Wenn der Wille der Wähler eine Partei ohne Programm ist, darf dann der Journalist überhaupt eins fordern und derart den erklärten Wählerwillen mit Füßen treten? Und: wo eine Partei sich erst wählen läßt und danach das Volk befragt, was sie ihm denn machen soll, wabert da nicht, liebe Science, ein bißchen der Duft der käuflichen Liebe?)
In Leipzig gilt nun jedoch ein neues Motto: Erst denken, dann handeln! Wenn ich da nicht voreilig interpretiere… Andernfalls wird eben langsamer gehandelt. – In jedem Falle aber eine tüchtige Idee!
Als sich dem Komödianten Karl Dall beim Durchsägen einer Jungfrau die Säge verklemmte, sagte er, während er sich mühte, geistesgegenwärtig: Ein guter Trick dauert seine Zeit! – Kunst ist, wie man sieht, stets der Welt voraus.
Bei WUNDER. PUNKT. gab es noch nie Fast Food. Die Währung der Kunst heißt Genuß! Erleben Sie deshalb, liebe Zuschauer, unser „Wahlprogramm“: Vorzügliches statt Beliebigkeit! Slow Science-Fiction.
Und die Pointe dieser Tagebuch-Eintragung?
Die will in Ruhe überlegt sein…

Weltkulturerbe-Status für Wikipedia

oder: Warum die Gesellschaft “Gesittung” nicht definieren kann

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

Wikipedia fordert den Weltkulturerbe-Statusfür ihr Nachschlagewerk!

Bei Wikipedia definiert nicht eine Fachmannschaft mehr einen Begriff; das kann der Laie viel schneller. Statt einer anwendbaren Definition findet man nun umfangreichste Texte, aus denen der Nutzer nach Belieben seine eigene Definition zusammensetzen kann. Definitionsarbeit kann ja so undemokratisch sein! Und so kapituliert die Ausgewogenheit lieber gleich vor der eigentlichen Aufgabe.

Daß der Fachmann lange um eine Definition ringt, dieser Prozeß Kraft, Zeit und Geld kostet, war mal eine Binsenweisheit. Warum hat die Demokratie stets die Tendenz, Arbeitsteilung abzuschaffen statt zu ermöglichen?

Die Portale GMX.de und WEB.de, über die ich an meine E-Mails gelange, sind ebenfalls amerikanische Erfindungen. Auch hier sehen wir, welch hohes Gut Informationen für die amerikanische Informationsgesellschaft sind und mit welcher Sorgfalt sie für uns Nutzer ausgewählt und aufbereitet werden: Wir erfahren, wieviele Hamburger ein Amerikaner in einer Minute fressen kann, wie die Katze heißt, die senkrecht eine Wand hochlaufen kann und wem ein Silikonkissen im Busen verrutscht ist.

Von allen amerikanischen Erscheinungen, die ich schon immer für den Weltkulturerbe-Titel vorschlagen wollte, gehört meine erste Stimme seit langem diesen Mail-Portalen! Unterstützen Sie daher meinen Aufruf! Durch einen Klick auf das Gefällt mir-Zeichen!

Diese Erscheinung Gossen-Journalismus zu nennen, wäre höchst fahrlässig, war doch gerade die Gosse eine Erfindung, die der Hygiene diente. Diese Erscheinung ist weder Journalismus, noch fahrlässig. Sie ist unanständig und vorsätzlich. Gesittungslos eben.

Und nun schlagen Sie mal das Wort Gesittung nach bei Wikipedia
Sag ich doch: Fehlanzeige!

Gesittung: “Leben nach geprüften Grundsätzen”. Peter Hacks.

Kunststück

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

Er oder wir!

Heutzutage hat man es als Zauberkünstler auch nicht eben leicht. Gegen die Kunststücke der Politik muß sich unsereiner am Mark erst mal behaupten! Aber unsere Position bei Wunder. Punkt. ist „kerngesund“, wie man so schön sagt. Kommen, sehen und staunen Sie selbst…! Die anderen, die aus der Politik, sind aber auch nicht ohne Witz, daß muß der Neid ihnen lassen: Die Pleite Griechenlands „bedroht“ die Banken. Die Regierung handelt: „Private Gläubiger“ sollen die Griechenland-Pleite teilweise übernehmen, hört und staunt man. Nun gibt es ja im bürgerlichen Recht so manchen Zauberspruch, um eine Zahlungsunfähigkeit „gewinnbringend zu realisieren“. Das aber hat wirklich Klasse: Pleitezertifikate werden durch einen Hebel vervielfacht und in Umlauf gebracht. Wer soll die kaufen? Sie haben schon gekauft! Die Bank Ihres Vertrauens bucht sie dann einfach in Ihre Fonds. – Geschickte Arbeit nennt man Kunst.

Das habe ich doch selbst gesehen!

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

14 Jahre war ich alt als ich zum ersten Mal verblüfft bemerkte, wie meine Zuschauer mein Kunststück in ihrer Erinnerung zu einem kleinen Wunder aufbauschten, so daß es mit meiner bescheidenen Vorführung eigentlich nichts mehr zu tun hatte.

Einerseits war ich gebauchpinselt, da die Täuschung so gut gelang. Andererseits aber war es schockierend zu sehen, wie felsenfest diese Zuschauer glaubten etwas erlebt zu haben, das so niemals stattgefunden hatte…

Ich bin noch heute oft sprachlos in welchem Maße die Fantasie, die Haltung und die Stimmung der Zuschauer das Gewesene vergrößern bzw. verändern können.

„Die Selbsttäuschung beherrscht der Mensch noch sicherer als die Lüge.“ Dostojewski. Mir scheint die Selbsttäuschung weniger sicher beherrschbar.

Zauberei ist Wahrnehmungstäuschung. Täuschung und Selbsttäuschung bedingen sich. Optische Illusionen zeigen das sehr gut.

Optische Täuschungen nutzt der Zauberer seltener als man glaubt.

In WUNDER. Punkt. erklären wir an einer optischen Täuschung, daß das Publikum gar nicht genug aufpassen kann…

Die drei Zauberer stehen Kopf

…Sobald man das Bild um 180 Grad dreht, erkennt man was sich das Gehirn auf dem oberen Bild zu sehen weigert. (Damit Sie jetzt nicht den Bildschirm aus der Wand reißen müssen:)…

alles verkehrt

Für alle, die Spaß an derartigen Spielereien haben, hier ein Link mit ganz eindrucksvollen Inszenierungen, jenseits der „üblichen Verdächtigen“:

Glaube ist Macht!

Autor: Peter GrandtWeitersagen!

Glauben Sie an Zauberei? An Auferstehung?

Der Zauberer hat doch, seit man sich an den ehemals polytechnischen Oberschulen wieder auf den Religionsunterricht konzentriert, als einziger kein Glaubwürdigkeitsproblem. Ganz anders ergeht es den Jüngern unserer Marktwirtschaft. Hedgefonds-Manager sind heute auch nicht mehr, was die Milliardäre früher mal waren.

George Soros - Die Analyse der Finanzkrise...

George Soros hat Milliarden am Kapitalmarkt gescheffelt. In seinem Buch „Die Analyse der Finanzkrise…und was sie bedeutet – weltweit“ liest sich der legendäre Hedgefonds-Manager wie der große Bruder von Karl Marx: Finanzsystem zerschlagen. Banken in staatlicher Hand sind immer noch besser, als ein Bankensystem, das nicht funktioniert. Leerverkäufe sollten durch geborgte Aktien gedeckt sein. Er wünscht Staatsaufsicht, eine gerechtere Einkommensverteilung, bessere Sozialleistungen, verbesserte Bildung, geringere Militärausgaben, Hilfe für Entwicklungsländer. „Ein ungeheuer beeindruckendes und stattliches Gebäude, das internationale Finanzsystem, ist nicht durch Einwirkungen von außen zusammengebrochen, sondern weil es schlecht durchdacht war.“

Will man das denn glauben? Gibt es denn gar keine Kapitalistenehre mehr? Gemeingefährliche Verräter schließen Zauberer aus ihren Zirkeln aus…

Karl Marx hat mit seinem Buch „Das Kapital“ übrigens kein großes Kapital anhäufen können. Geld hat er aber verdient, und jetzt halten Sie sich fest: mit Börsenspekulationen!

Glauben Sie noch immer nicht an Reinkarnation?

%d Bloggern gefällt das: